Elektrische Trefferanzeige

Die elektrische Trefferanzeige wird bei allen Turnieren und meistens auch im Training verwendet.

Wenn ein Fechter seinen Gegner mit einer bestimmten Kraft trifft, wird ein Kontakt geschlossen (beim Florett allerdings wird er geöffnet, um technisch das Anzeigen von ungültigen Treffern zu ermöglichen), der am Anzeigegerät ein Licht- und Tonsignal auslöst. Wenn beim Florett ein Treffer außerhalb der gültigen Trefferfläche erfolgt, leuchtet ein weißes Licht auf, innerhalb der gültigen Trefferfläche ein rotes oder grünes. Beim Säbel werden ungültige Treffer nicht angezeigt und der Kampf somit auch nicht unterbrochen. Der Obmann beobachtet die Fechter und das Anzeigegerät, um zu entscheiden, wer einen gültigen Treffer gesetzt hat, die Entscheidung über einen gültigen Treffer liegt beim Obmann.

Für die elektrische Trefferanzeige wird eine zusätzliche, elektrisch leitfähige Weste benötigt, auch Elektroweste oder E-Weste genannt: Florettfechter tragen eine Weste, die den gesamten Rumpf bedeckt, bei Säbelfechtern sind der Oberkörper und die Arme bedeckt und die Maske ist ebenfalls elektrisch leitend, bei Degenfechtern ist der gesamte Körper gültige Trefffläche, daher wird keine Elektroweste benötigt. Bei allen Waffenarten ist die Waffe angeschlossen. Die Fechtbahn ist geerdet, um eine ungültige Trefferanzeige zu vermeiden, wenn beim Degen zum Beispiel der Fuß des Gegners getroffen werden soll. Degen und Florett haben einen mechanischen Schalter an der Waffenspitze, der beim Florett mit 500 g bzw. beim Degen mit 750 g gedrückt werden muss, um den Stromkreis zu schließen (bzw. beim Florett, wie oben erklärt, zu öffnen). Beim Säbel reicht eine Berührung mit irgendeinem Teil der Klinge.

Die elektrische Trefferanzeige wurde beim Degen 1936 (?) eingeführt, beim Florett 1957 (?) und beim Säbel 1988 (?).

Seit einiger Zeit entwickeln verschiedene größere Fechtgerätehersteller ein System für kabelloses Fechten. Dabei werden die Fechter mit einem Funksender ausgestattet, der mit dem Gegner und dem Meldegerät kommuniziert. Für die Trefferanzeige sind in die Maske Leuchtdioden eingebaut. Solche Systeme sind bisher nur für Säbel verfügbar. 2001 wurde in Koblenz erstmals kabelloses Fechten bei einer Europameisterschaft eingesetzt.